27. Jul 2011
Der Markt für Unterhaltungselektronik wächst rasant. Für viele Unternehmen ist es da kein Leichtes, bei diesem enormen Tempo Schritt zu halten.
Wenn man heute in Deutschland nach einem Unternehmen sucht, das es sich noch zum Ziel gesetzt hat, Handys zu produzieren, dann dürfte man in’s Leere greifen. 2007 verabschiedete sich der letzte Produzent von Mobiltelefonen der Bundesrepublik, BenQ Mobile. Zuvor teilten einst recht erfolgreiche Firmen wie Siemens und Bosch das gleiche Schicksal, trotz großer Bemühungen um Innovation.
Dabei waren die Produkte von BenQ einst das Flaggschiff deutscher Mobilfunkherstellung. Nicht ohne Grund war das Unternehmen eine Zeit lang der größte deutsche Elektronikkonzern. Man erwartete Verkaufsmengen von über 30 Millionen Handys pro Geschäftsjahr, doch nicht einmal die Mittelmarke wurde überschritten. Das Problem war der internationale Markt, der mit seinen Geschäftsgrößen wie Motorola und Nokia ein unbezwingbares Bollwerk darstellte, und keine lukrative Lücke offenließ.
Experten sehen das Problem deutscher Hersteller von Konsumelektronik besonders in der mangelnden Reaktionsgeschwindigkeit auf neue Entwicklungen, beispielsweise die Phase in der Foto- und Klapphandys den Ton angaben, welche komplett verschlafen wurde. Zwar wurde den heimischen Erzeugnissen Zuverlässigkeit nachgesagt, aber der geringe Fokus auf die Aktualität der internen Features und ein ansprechendes Design machten die hiesige Branche porös und gebrechlich.
Es ist eine Problematik, die in ihrer Beispielhaftigkeit noch kommenden Unternehmern eine Lehre in’s Gedächtnis brennen dürfte. So schnell wird es wohl keinen deutschen Handyproduzenten mehr geben.
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